Parodontologie

Die Parodontologie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Zahnhalteapparat. Zu diesem gehören die Gingiva (das Zahnfleisch), der Wurzelzement, die Wurzelhaut, die kollagenen Fasern (Sharpeyschen Fasern) und der Alveolarknochen (Kieferknochen).

In der Parodontologie werden Zahnbetterkrankungen, wie etwa die Parodontitis, behandelt und nachversorgt. Dadurch können im Idealfall Zähne erhalten werden, denn eine Zahnbetterkrankung hat nicht selten den Rückgang des Kieferknochens zur Folge. Dieser Kieferknochenrückgang führt wiederum zum Lockern und Ausfallen von Zähnen.

Wodurch entstehen Probleme mit dem Zahnbett?

Die häufigsten Erkrankungen, mit denen sich die Parodontologie beschäftigt, sind die Gingivitis (Zahnfleischentzündung), Parodontitis (Zahnbetterkrankung) und Periimimplantitis (Knochenverlust um ein Implantat herum).

Sie alle werden zumeist durch den Dauerreiz des dentalen Biofilms ausgelöst. Gegen die Einflüsse dieses Biofilms tritt die körpereigene Immunabwehr an. Wie erfolgreich sie dabei ist, hängt neben den genetischen Veranlagungen aber auch davon ab, wie hoch der Wert von Kollagenasen im Körper ist. Kollagenasen sind Enzyme, die Kollagen und damit Gewebe zerstören. Sie begünstigen das Auftreten von Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen. Besonders für diese Zerstörung verantwortlich ist die Matrix-Metalloproteinase-8.

Mit einem entsprechenden Test kann dieses gewebezerstörende Enzym gemessen werden. Unter Verwendung eines Biomarkers wird geschädigtes Gewebe sichtbar, das nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Das macht ein zeitnahes und rechtzeitiges Einschreiten bei Problemen möglich. Die Therapie kann dann besser gesteuert und der Verlust von Implantaten in vielen Fällen verhindert werden.

Welche Therapie bei drohender Parodontitis?

Bei drohender Therapie muss vor allem die Mundhygiene angepasst und optimiert werden. Dazu wird ein besseres Pflegemittel gewählt (beispielsweise Zahnpasta in Kombination mit Mundspülung, Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnseide) und harte und weiche Zahnbeläge entfernt. In einigen Fällen, etwa bei stark ausgeprägten Zahnfleischtaschen oder einem deutlich zurückgebildeten Zahnfleisch, kann auch ein chirurgischer Eingriff nötig sein. Operative, mikroskopische Behandlungen mit Lösen des Zahnfleisches sind häufig notwendig, um regenerative Maßnahmen (gesteuerte Geweberegeneration GTR und Regeneration mit Schmelz-Matrix-Proteinen) oder plastische Korrekturen (Deckung von langen Zahnhälsen) mit feinsten Nahtmaterialien durchzuführen.

Das oberste Ziel in der Parodontologie: Ihre eigenen Zähne ein Leben lang erhalten.